Fragen und Antworten rund um das Thema “Fleisch”

in FAQ

Behauptung:

Tiere werden in Deutschen Schlachthöfen nicht ausreichend betäubt.

Fakt ist:

In Deutschland finden mehr als 95 % aller Schlachtungen in ca. 45 Rinder und ca. 60 Schweineschlachtunternehmen statt. Gerade diese Betriebe sind mit moderner Betäubungstechnik ausgerüstet und haben ein großes Eigeninteresse daran, die Prozesse ständig weiter zu entwickeln und zu verbessern. Die Arbeit erfolgt dabei zu jeder Zeit unter amtlicher Kontrolle unmittelbar im Betrieb. Zudem hat die deutsche Fleischwirtschaft in den vergangenen Jahren in hohem Maße in die Verbesserung der Technik und der Prozessabläufe investiert, um so einen Tierschutz auf weltweit höchstem Niveau sicherzustellen.

Behauptung:

Der Fleischverbrauch in Deutschland ist im Vergleich zu anderen Industrienationen und EU-Mitgliedstaaten außerordentlich hoch.

Fakt ist:

Fleischverbrauch in Europa 2011Der Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch (incl Nahrung, Futter und ind. Verwertung) lag in Deutschland 2011 bei 89,2 kg und damit knapp über dem Durchschnittswert in der EU 27 (zuletzt verfügbare Daten aus 2011) von 87,4 kg. Am höchsten lag der Verbrauch in Zypern mit 134,3 kg, gefolgt von Dänemark, Portugal und Spanien mit 115,8 kg bzw. 105,3 kg und 102,6 kg  je Einwohner.

Bemerkenswerterweise liegen unter den „Top vier“ damit zwei Länder, denen Ernährungswissenschaftler die vorbildliche „mediterrane Ernährung“ zuschreiben. Höher als in Spanien liegt der Fleischverbrauch beispielsweise in den USA, in Australien und in Neuseeland. Auch Kanada und Argentinien liegen beim Fleischverbrauch über dem EU-Durchschnitt.

Behauptung:

Der Mensch kann in seiner Ernährung auf Fleisch sehr gut verzichten – und der Trend geht genau in diese Richtung.

Fakt ist:

Nach den repräsentativen Ergebnissen der jüngsten nationalen Verzehrsstudie haben im Untersuchungszeitraum 97,5 Prozent der Befragten Fleisch und Fleischgerichte verzehrt. Dabei lag dieser Wert bei Frauen bei 96,6 Prozent, bei Männern waren es sogar 98,5 Prozent. -> Download der Ergebnisse der „Nationalen Verzehrsstudie II“ des Max-Rubner-Instituts (2008; PDF mit 2,25 MB)

Laut dem Ernährungsexperten Udo Pollmer haben wir Appetit auf Fleisch, weil wir es besonders gut verwerten können. Denn der Bauplan des tierischen Organismus ist dem menschlichen viel näher als der Bauplan von Pflanzen.

Darüber hinaus beruht die Lust auf Fleisch sicherlich auch darauf, dass es gut schmeckt, gut bekommt, zu unserer Esskultur traditionell dazugehört und schließlich auch das Highlight bei vielen Aktivitäten und Anlässen ist – man denke z.B. an Feiertage wie Weihnachten oder an die alljährliche Grillsaison.

Behauptung:

Vegetarier leben länger und sind gesünder als Fleischesser.

Fakt ist:

Nach einer Langzeitstudie des Krebsforschungszentrums Heidelberg leben Vegetarier in der Tat länger als Menschen, die Fleisch essen. Viele Ernährungswissenschaftler wie Prof. Rolf Großklaus vom Bundesinstitut für Risikobewertung warnen jedoch vor falschen Schlüssen aus der Heidelberger Studie: Demnach beruht die längere Lebensdauer von Vegetariern nicht auf dem Fleischverzicht, sondern auf einer grundsätzlich gesünderen Lebensweise.  So zeigen Umfragen, dass Vegetarier beispielsweise weniger Rauchen als der Durchschnitt der Bevölkerung, dafür aber körperlich aktiver sind.

Im Rahmen einer ausgewogenen, abwechslungsreichen Ernährung ist  Fleisch laut nationaler Verzehrsstudie nach wie vor unbestritten ein wichtiger Bestandteil für die Versorgung mit Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen; gerade Letztere können vom menschlichen Körper sehr viel besser aufgenommen werden als Mineralstoffe aus pflanzlichen Lebensmitteln. -> Download der Ergebnisse der „Nationalen Verzehrsstudie II“ des Max-Rubner-Instituts (2008; PDF mit 2,25 MB)

Behauptung:

Die Fleischerzeugung ist durch einen hohen CO2-Ausstoß in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung maßgeblich verantwortlich für den Klimawandel.

Fakt ist:

In vielen Darstellungen wird die Rolle der Nahrungsmittel- und Fleischerzeugung im Zusammenhang mit dem Klimawandel maßlos überschätzt. Das Öko-Institut in Freiburg beziffert den Anteil der Ernährung am Pro-Kopf-CO2-Ausstoß auf realistische 14 bis 16 Prozent, wobei diese Angaben den gesamten Produktionsprozess einbeziehen. Das Gros der Emissionen entfällt also auf andere Lebensbereiche wie Wohnen, Mobilität und Konsumgüter – von denen die meisten im Gegensatz zu unseren Lebensmitteln nicht existenziell sind. -> mehr Informationen zum Thema Fleisch und Klima

Behauptung:

Der Fleischverzehr in den Industrieländern ist verantwortlich für den Hunger in der Welt.

Fakt ist:

Es wird nicht gehungert, weil insgesamt zu wenig Nahrungsmittel erzeugt werden, sondern weil sich nach wie vor viele Menschen bestimmte Grundnahrungsmittel nicht leisten können – ebenso wie viele Menschen nicht über menschenwürdige Unterkünfte, notwendige Bildungseinrichtungen, ausreichende Gesundheitsversorgung und soziale Absicherung verfügen. Insgesamt handelt es sich also eher um ein Verteilungsproblem als um eine Frage der  Verfügbarkeit.

Aus Sicht der Fleischwirtschaft ist es in diesem Zusammenhang unverständlich, wenn Getreide im Benzintank als Öko-Plus gefeiert wird, Getreide im Futtertrog dagegen für den Hunger in der Welt verantwortlich gemacht wird.

Bei einer weiterhin steigenden Weltbevölkerung ist und bleibt es Aufgabe der Wirtschaft, diese mit den nachgefragten Lebensmitteln zu versorgen. Hierfür müssen die Produktionsverfahren weiter optimiert werden.

Behauptung:

In der vergangenen Jahrzehnten hat sich die Nutztierhaltung immer weiter in Richtung einer „Massentierhaltung“ entwickelt, in welcher die Tiere ihr Dasein unter unwürdigen Bedingungen fristen.

Fakt ist:

Der Begriff „Massentierhaltung“ wird häufig mit Missständen gleichgesetzt und als  Synonym für eine nicht tiergerechte Haltung verwendet. Gleichzeitig erfolgt eine Idealisierung der “guten alten Zeit”. Die Realität zeigt jedoch ein anderes Bild: Weder ging es den Tieren früher besser, noch sind Betriebe mit einer geringeren Tieranzahl tierfreundlicher. Ställe mit Haltungsbedingungen wie vor 50 oder 100 Jahren  würden heute größtenteils nicht mehr genehmigt, weil sie bei Weitem nicht den aktuellen Tierschutzstandards entsprechen.

Die Haltungsbedingungen für die einzelnen Tiere haben sich durch den technischen Fortschritt und neue wissenschaftliche Erkenntnisse ständig verbessert. Hinzu kommt der Einfluss der Tierschutzgesetzgebung, die es früher so noch gar nicht gab. -> mehr zum Thema  „Moderne Nutztzierhaltung“

Behauptung:

Landwirtschaftliche Nutztierhaltung und Tierschutz stehen in einem unvereinbaren Widerspruch zueinander.

Fakt ist:

Für Landwirte ist praktizierter Tierschutz ein elementarer Bestandteil der Nutztierhaltung. Tiere werden als Mitgeschöpfe betrachtet, die für verschiedenste Zwecke genutzt werden. Das gilt für die Erzeugung von Fleisch, Milch und Eiern genauso wie für Leder, Felle, Medizinprodukte und viele andere Stoffe.

Was nicht stattfindet, ist eine Gleichsetzung von Nutztieren mit Menschen. Die Landwirte betreiben die Nutztierhaltung als Erwerbszweig, weil es eine Nachfrage für die Produkte gibt. Die Tiere bilden also die Lebensgrundlage für die Landwirte sowie deren Mitarbeiter und Familien.

Darüber hinaus ist praktizierter Tierschutz die Grundvoraussetzung für gesunde Tierbestände und bildet damit auf der einen Seite die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg und die Existenz der Betriebe sowie gleichermaßen für die geforderte hohe Qualität der erzeugten Produkte.

Behauptung:

Nutz- und Schlachttiere leiden unter viel zu langen Transportzeiten.

Fakt ist:

Laut einer Studie der Universität Kassel belaufen sich mehr als 80 Prozent aller Tiertransporte in Deutschland auf weniger als 200 Kilometer. -> mehr zum Thema Tiertransporte

Bei einer weiterhin steigenden Weltbevölkerung ist und bleibt es Aufgabe der Wirtschaft, diese mit den nachgefragten Lebensmitteln zu versorgen. Hierfür müssen die Produktionsverfahren weiter optimiert werden.