Sicherheit für kommende Generationen: Ökologie und Nachhaltigkeit in der Nutztierhaltung

in Fleisch und Klima

fotolia/ Liv Friis-larsenDie Landwirtschaft ganz allgemein und speziell die Nutztierhaltung steht in besonderem Bezug zur Natur, zu Pflanzen und Lebewesen. Sie hat den Anspruch, diese zum Wohle der Menschen zu nutzen, ohne allzu sehr in das natürliche Gleichgewicht einzugreifen. Dennoch gibt es Konflikte zwischen Umwelt und Ökonomie, deren Lösung zu den zentralen Aufgaben der modernen Landwirtschaft gehören. Eine nachhaltige humane und ökologisch sinnvolle Tierhaltung und Fleischerzeugung ist das erklärte Ziel der gesamten Fleischbranche.

Nachhaltigkeit − Definition

„Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise nachwachsen kann.“
(Deutscher Bundestag, 14. Wahlperiode: Schlussbericht der Enquete-Kommission Globalisierung der Weltwirtschaft – Herausforderungen und Antworten, Drucksache 14/9200, 12. Juni 2002)

Was bedeutet „Nachhaltigkeit“ in der Nutztierhaltung?

Nachhaltigkeit ist immer auf Bewahrung und Entwicklung ausgerichtet. Eine landwirtschaftliche Nutzung der Natur ist dann nachhaltig, wenn sie „die Erfordernisse der Gegenwart erfüllt, ohne die Möglichkeit zukünftiger Generationen, ihren eigenen Notwendigkeiten gerecht zu werden, zu beeinträchtigen“ (Brundtland-Kommission, 1987). Dies umfasst soziale und ökologische Gesichtspunkte.

Eine nachhaltige Nutztierhaltung (NNH) bedeutet, dass Nutztierhalter über Generationen sichere Nahrungsmittel wirtschaftlich erfolgreich, unter Nutzung und Schonung der pflanzlichen und tierischen Ressourcen und unter Achtung der Nutztiere erzeugen können. Mit diesem Anspruch verbinden sich grundlegende Anforderungen.

Anforderungen an eine nachhaltige Nutztierhaltung

Damit die Nutztierhaltung als nachhaltig bezeichnet werden kann, muss sie folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Arbeitsschutz: Ausübung der Tierhaltung ohne Schäden für den Menschen (Berufskrankheiten, Unfälle)
  • Wirtschaftlichkeit: ökonomische Tragfähigkeit, die die Versorgung der Betreiber-Familie, die Ausbildung der Kinder und ihre Nachfolge im Betrieb ermöglicht
  • Ressourcenschutz und Tiergerechtheit: Erhalt der Nutztierpopulation (Tiergesundheit), ihres genetischen Potenzials und der ökologischen Voraussetzungen für ihre Haltung
  • Rückverfolgung, Transparenz und Dokumentation: Nachvollziehbarkeit des Erzeugungsweges tierischer Lebensmittel zur Klärung möglicher Mängel
  • Lebensmittelsicherheit: Schutz vor Rückständen und unerwünschten Kontaminationen

Konkret geht es darum, die Ansprüche der Nutztiere an eine ihnen gemäße Umgebung zu erfüllen, Belastungen zu reduzieren, ihr genetisches Leistungspotenzial auszuschöpfen, ihre Leistungsfähigkeit sowie ihre Vitalität zu erhöhen und damit ihre Nutzungsdauer zu verlängern. Das schafft im Übrigen auch eine hohe Akzeptanz durch die Verbraucher.

Ähnliche Sichtweisen von Tierschutz …

Nicht nur Verbraucher, auch Tierhalter und Tierschutzprofis wollen wissen, wie tiergerecht gängige Haltungssysteme eigentlich sind. Pilotprojekte gehen weit über die gesetzlichen Haltungsvorschriften hinaus und überprüfen den Grad der Tiergerechtheit objektiv und nachvollziehbar mithilfe von Tiergerechtheitsindizes, sogenannten TGIs. Was dabei herauskommt, hilft Tierschützern und Landwirten, die Nachhaltigkeit in der Nutztierhaltung ständig weiter zu verbessern.

… und Landwirtschaft

Die Kulturlandschaft in Mitteleuropa hat sich über Jahrhunderte entwickelt und ist die Grundlage für die Existenz der Bäuerinnen und Bauern. Nur durch ein nachhaltiges und tiergerechtes Wirtschaften können sie den nächsten Generationen eine solide Basis übergeben. Dazu gehört auch, die Produktionspotenziale im Einklang mit der Natur bestmöglich auszuschöpfen. Dabei ist es unverzichtbar, stets die Menschen mit ihren Bedürfnissen und Wünschen einzubeziehen.