Rinderhaltung und Bullenmast

in Landwirtschaft

Schlachtrinder produzieren die Landwirte in Deutschland in unterschiedlichen Betriebsformen: Der größte Teil stammt aus der Jungbullenmast, darüber hinaus tragen die Kälbermast, Ochsenmast, Tiere aus der Milchviehhaltung sowie extensive Haltungsformen wie die Mutterkuhhaltung zur Versorgung bei.

Dabei ist jeder Landwirt bestrebt, seine Tiere optimal zu halten und zu füttern, da das wirtschaftliches Ergebnis eng mit der Leistung seiner Tiere zusammenhängt. Dies setzt produktionstechnisches Wissen, Können und ein “Gespür” der Landwirte für die Tiere voraus.

Bullenmast

Die Mast erfolgt in spezialisierten Mastbetrieben oder ist den Milchviehbetrieben angegliedert. Die spezialisierten Mastbetriebe stützen sich ganz oder teilweise auf zugekaufte Kälber, während die Milchviehbetriebe vor allem die männliche Nachzucht der Milchkühe mästen. Die weibliche Nachzucht wird dagegen teilweise zur Remontierung (Bestandeserneuerung) der Milchviehherden genutzt.

Spezialisierte Mastbetriebe kaufen die Jungtiere in der Regel bis zu einem Alter von sechs Wochen ein und mästen sie dann bis zu einem Gewicht von 500 Kilogramm. Die Bullen sind zu diesem Zeitpunkt zwischen 15 und 18 Monate alt.

Die Bullenmast erfolgt in Deutschland hauptsächlich auf der Grundlage von Maissilage. Ein Jungbulle frisst davon pro Tag rund 20 Kilogramm. Je höher die täglichen Gewichtszunahmen sein sollen, desto höhere Ansprüche sind an das Futter zu stellen. Hier ist auf eine hohe Verdaulichkeit und Energiekonzentration, optimale Trockenmassegehalte sowie gute Gärqualität und ausreichende Faserstruktur zu achten.

Ziel der Bullenmast ist es, eine große Fleischfülle bei geringer Verfettung zu erreichen. Dazu muss die Fütterung im Laufe der Mast kontinuierlich angepasst werden. Das Fleischansatzvermögen des Tieres spielt eine wichtige Rolle, welches sich von Rasse zu Rasse stark unterscheiden kann.

Milchkühe

Milchkühe werden heute in der Regel in Laufställen gehalten, die sowohl in Sachen Tiergesundheit als auch in Sachen Arbeitsaufwand eine hervorragende Lösung darstellen. Durch verbesserten Komfort wird vor allem eine Steigerung der Milchleistung erreicht.

Die Bedingungen in modernen Laufställen entsprechen dem Verhalten des Rindes in einer Herde. Jedem Tier steht eine weiche Liegefläche zur Verfügung, um die Gelenke der Tiere zu schonen; hierfür gibt es spezielle Komfortmatten. Unabhängig vom Liegeplatz haben die Kühe jederzeit freien Zugang zur Futterkrippe. Um Verletzungen zu vermeiden, sind alle Laufwege und Standflächen mit Hilfe bestimmter Strukturierungen oder Gussasphalt rutschsicher gestaltet.

Darüber hinaus finden Kühe “Entspannung” am sogenannten “Kuhbürsten”, an denen sie sich selbstständig ihr Fell reinigen und massieren lassen können. Eine integrierte Steuerelektronik sorgt für automatisches Ein- und Ausschalten sobald eine Kuh sich am Gerät befindet.

Ochsenmast

Die Ochsenmast ist in Deutschland nur wenig verbreitet. Im Vergleich zu Rindern besitzen Ochsen generell eine geringere Wachstumskapazität. Sie werden den Sommer über zumeist auf der Weide gehalten und ernähren sich in dieser Zeit hauptsächlich vom Weidenfutter. In der Weidephase nehmen sie täglich etwa 600-700 Gramm zu. Im Winter während der Stallperiode erhalten sie neben dem Grundfutter, der Grassilage, noch Leistungsfutter und erreichen so Gewichtszunahmen von etwa einem Kilogramm pro Tag. Im Alter von 32 Monaten und einem Gewicht von bis zu 600 Kilogramm haben die Ochsen zumeist am Ende der dritten Weideperiode ihre Schlachtreife erreicht.

Mutterkuhhaltung

Die Mutterkuhhaltung ist die extensivste Form der Rindfleischerzeugung. Die Tiere leben das ganze Jahr über auf der Weide oder zumindest den überwiegenden Teil des Jahres. Dabei bleiben die Kälber bis zum Alter von etwa 6 bis 10 Monaten bei der Mutterkuh. Sie werden dann als sogenannte Milchmastrinder mit einem Gewicht von rund 300 Kilogramm geschlachtet oder anschließend weiter ausgemästet.

Bei der Mutterkuhhaltung kommen die Fütterungstechniken weniger zum Einsatz, da hier der Weideaufwuchs die Grundnahrung der Rinder darstellt. Nur wenn dieser nicht ausreicht, werden rohfasereiches Futter wie Heu oder Leistungsfutter zugefüttert.

Kälbermast

In der Kälbermast werden männliche oder weibliche Kälber, die nicht für die Rindermast oder zur Remontierung der Kühe geeignet sind, bis zu einem Alter von etwa 5 bis 6 Monaten gemästet und mit einem Gewicht von 200 bis 250 Kilogramm geschlachtet. Die Haltung erfolgt in Gruppen, die Einzelhaltung ist verboten. Ziel der Kälbermast ist es, mageres, feinfaseriges Fleisch zu erhalten. Um dies zu erreichen, wird die Nährstoffversorgung dem Alter und den Bedürfnissen der Kälber laufend angepasst.