Tierschutzregelungen in Deutschland

in Tier- und Verbraucherschutz

_CMA2272_webDer Schutz von Tieren ist in Deutschland im Grundgesetz verankert. Basis für die Praxis ist das Tierschutzgesetz:  „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“

Das Tierschutzgesetz enthält unter anderem Vorgaben über:

  • die Bedingungen artgerechter Tierhaltung (Ernährung, Pflege, Unterbringung)
  • die Bedingungen humaner Schlachtung
  • die Bedingungen vertretbarer Eingriffe an Tieren (Kastration, Tätowierungen, Kupieren, Enthornungen)
  • Art und Umfang erlaubter Tierversuche
  • Bedingungen von Zucht, Haltung und Handel von Tieren.

Die zwei zentralen Bestimmungen für die landwirtschaftliche Tierhaltung legen fest:

  1. Wer ein Tier hält, muss es seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen, darf seinen Bewegungsdrang nicht so einschränken, dass es Schmerzen oder vermeidbare Schäden erleidet und muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung der Tiere erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.
  2. Ein warmblütiges Tier darf nur geschlachtet werden, wenn es vor Beginn des Blutentzugs betäubt worden ist.

Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztVO)

Deutlich konkreter und bis ins Detail befasst sich die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung mit der Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere. Die Verordnung umfasst die praktischen Anforderungen an das Halten von Kälbern, Legehennen, Schweinen und Pelztieren und regelt den Platzbedarf, die Überwachung, die Fütterung und die Pflege der Tiere.

Unter anderem wird geregelt dass…

(1) Wer Schweine hält, hat sicherzustellen, dass

  1. jedes Schwein jederzeit Zugang zu gesundheitlich unbedenklichem und in ausreichender Menge vorhandenem Beschäftigungsmaterial hat, welches das Schwein untersuchen und bewegen kann und vom Schwein veränderbar ist und damit dem Erkundungsverhalten dient.
  2. jedes Schwein jederzeit Zugang zu Wasser in ausreichender Menge und Qualität hat; bei einer Haltung in Gruppen sind räumlich getrennt von der Futterstelle zusätzliche Tränken in ausreichender Anzahl vorzuhalten.
  3. Personen, die für die Fütterung und Pflege von Schweinen verantwortlich sind,
    a) Kenntnisse über deren Bedürfnisse in Ernährung, Pflege, Gesundheit und Haltung,
    b) Grundkenntnisse über Biologie und Verhalten von Schweinen,
    c) Kenntnisse über tierschutzrechtliche Vorschriften haben.

Fazit:

Der Tierschutz in Deutschland wird sehr streng gehandhabt. Für die Landwirte ist es selbstverständlich, ihre Tiere unter optimalen Bedingungen zu halten. Die tiergerechte Aufzucht, Fütterung und Pflege ist nämlich die beste Krankheitsvorsorge, die es gibt. Und damit unverzichtbar für die Sicherung ihrer Existenz.