Kompetenz beim Tiertransport dank Sachkundenachweis

in Transport

Den Experten der Transportbranche liegt aus mehreren Gründen viel an einer dauerhaften Sicherung und Verbesserung der (Transport-)Qualität. Über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus geht es speziell darum, Transporte für Schlachttiere so stressfrei wie möglich zu gestalten, beziehungsweise die Stressanfälligkeit bei den Tieren auf ein Minimum zu reduzieren. Denn nur so liefern sie Fleisch in einer vom Verbraucher geschätzten Qualität.

Mit Know-how unterwegs: die Transport-Experten

Wie in der kompletten Fleischerzeugungsbranche, so wird auch den Tiertransporteuren höchste Kompetenz abverlangt. Neben den rein logistischen Fähigkeiten und Managementerfahrung ist der richtige Umgang mit Lebewesen eine Frage des Know-hows.

Warum ist ein Sachkundenachweis notwendig?

Für den sicheren Umgang mit Schlachttieren ist es notwendig, die Wahrnehmung, Eigenarten und das Verhalten der Tiere zu kennen. Dies gilt insbesondere für das schwierige Be- und Entladen und das Treiben. Unkenntnis bedeutet nicht nur vermeidbaren Stress für das Tier, sondern auch ein Risiko für den Menschen. Nach der Tierschutztransportverordnung muss der Transporteur daher über einen Sachkundenachweis verfügen.

Bei Transporten über 65 km benötigen seit dem 05.01.2007 auch Landwirte eine Zulassung durch das Veterinäramt (die alle fünf Jahre neu beantragt werden muss). Voraussetzung dafür ist seit dem 05.01.2008 der Befähigungsnachweis zur Durchführung von Tiertransporten. Er kann durch einen Ergänzungslehrgang von Landwirten/Hauswirtschafterinnen und sonstigen sachkundigen Personen mit einer Prüfung durch die Veterinärbehörde erlangt werden bzw. ist seit 2007 ein Bestandteil in der landwirtschaftlichen Fachschulausbildung. Für Personen ohne Sachkunde im Umgang mit Tieren ist ein dreitägiger Lehrgang nötig.

Hintergrund: Zulassung von Transportunternehmen und Sachkundenachweis

Seit dem 05.01.2007 gilt die Verordnung (EG) Nr. 1/2005 vom 22.12.2004 über den Schutz von Tieren beim Transport. Einige Bestimmungen der Tierschutztransportverordnung sind damit ungültig geworden. Die strengeren Bestimmungen der Tierschutztransportverordnung bleiben hingegen bestehen.

Folgende Zulassungen nach der Verordnung 1/2005 sind neu:

  • Transportunternehmen für Beförderungen bis zu acht Stunden müssen nach Art. 10 Abs. 1 zugelassen sein.
  • Transportunternehmen für lange Beförderungen müssen gem. Art. 11 Abs. 1 zugelassen sein.
  • Transportmittel für lange Beförderungen müssen gem. Art. 18 Abs. 2 zugelassen sein.

Der Sachkundenachweis gemäß § 13 Tierschutztransportverordnung wird durch den Befähigungsnachweis für Fahrer und Betreuer gem. Art. 17 Abs. 2 abgelöst. Der Befähigungsnachweis ist seit 2008 vorzulegen.

Die Zulassung als Transportunternehmen und der Befähigungsnachweis sind auch für Landwirte erforderlich, die ihre eigenen Tiere weiter als 65 km zum Bestimmungsort transportieren.

Sachkunde mit Brief und Siegel: Befähigungsnachweis Tiertransport

Aufgrund einer EU-Verordnung müssen Transporteure seit dem 2008 über einen neuen Befähigungsnachweis verfügen.

  • Personen, die bereits einen Sachkundenachweis für den Tiertransport haben, müssen an einer Zusatzschulung mit Prüfung teilnehmen, um den Befähigungsnachweis von ihrem Veterinäramt zu erhalten.
  • Personen mit bestimmten abgeschlossenen Berufsausbildungen (Fleischer, Landwirt, Pferdewirt, Tierpfleger, Tierwirt) oder Personen mit einem abgeschlossenen Studium (Landwirtschaft oder Tiermedizin) können ebenfalls den Befähigungsnachweis nach erfolgreicher Teilnahme am Ergänzungslehrgang erlangen. Ob ihre Ausbildung anerkannt wird, ist vorher mit dem für den Wohnort zuständigen Veterinäramt abzuklären. Dieses muss prüfen, ob im Rahmen der Ausbildung die entsprechenden Lehrinhalte vermittelt und geprüft wurden.
  • Personen ohne Sachkundenachweis müssen einen viertägigen Lehrgang mit abschließender theoretischer und praktischer Prüfung absolvieren. Um zur Prüfung zugelassen zu werden, ist die Lehrgangsteilnahme verpflichtend. Mit der bestandenen Prüfung kann der Antrag auf die Erteilung eines Befähigungsnachweises bei der zuständigen Veterinärbehörde gestellt werden.

Zuständig für die Aus- und Weiterbildung von Tiertransporteuren ist der Bundesverband der deutschen  Lehranstalten für Agrartechnik (DEULA) mit Zweigstellen in ganz Deutschland.

Aufbaulehrgang (Fortbildung) für Tiertransporteure mit altem Sachkundenachweis

Der Lehrgang umfasst die Neuerungen der aktuellen EU-Verordnung, die für die Praxis wichtig sind:

  • neue Definitionen, z. B. Versandort, Bestimmungsort, Transport, (lange) Beförderung
  • Neuerungen bezüglich der Transportfähigkeit, z. B. Jungtiere, Transportverbote durch Krankheit und Verletzung
  • Neuerungen bezüglich der Transportfahrzeuge z. B. Tränkesysteme, Temperaturüberwachung, Lüftung, Satellitennavigationssystem
  • Neuerungen im Umgang mit dem Tier, z. B. Tierverhalten, Arbeitssicherheit, Arbeitserleichterung
  • formelle und organisatorische Neuerungen, z. B. Zulassung von Transportunternehmen und Fahrzeugen, Notfallpläne, Fahrtenbuch