Oberstes Gebot für Tiertransporte: Bloß kein Stress

in Transport

Im Rahmen einer arbeitsteiligen Fleischerzeugung sind Tiertransporte notwendig, weil die Tiere in der Regel nicht “vor Ort”, sondern in mit hohen Hygiene- und Tierschutzstandards ausgestatteten Betrieben geschlachtet werden. Die Transporte selbst geschehen so schonend wie möglich – zum einen, weil es die strengen Regeln so vorschreiben, zum anderen aber auch, weil die Art und Weise, wie die Tiere transportiert worden sind, einen maßgeblichen Einfluss auf die spätere Fleischqualität haben. Daher heißt die oberste Devise beim Tiertransport: Schonen, bloß kein Stress – damit in Sachen Tierschutz und Produktqualität alles im grünen Bereich ist.


Schonung durch moderne Technik…

Auch im Bereich der Tiertransporte haben sich durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse und den Einsatz der daraus resultierenden modernen Technik vieles verbessert: LKW der neuen Generation verfügen über ausgeklügelte Lüftungssysteme, trittsichere Böden, Trinkmöglichkeiten für die Tiere während des Transportes – alles deutlich besser und überhaupt nicht vergleichbar mit den Viehtransportern aus der „guten“ alten Zeit. Und vielleicht auch nicht mit dem, was so mancher Bahnreisende im ICE bei der Hitzeperiode im Sommer 2010 durchmachen musste.

…und geschultes Personal

Der Schutz der Tiere bei Verladen und Transport ist in einer speziellen Tierschutztransportverordnung geregelt. Neben einer Reihe von detaillierten Vorschriften für den Umgang mit den Tieren ist auch ein entsprechender Sachkundenachweis erforderlich, für Landwirte ebenso wie für Spediteure. Darüber hinaus sind Tiertransporte nicht allein auf die Landwirtschaft beschränkt: Sportpferde, Hunde und Katzen sind millionenfach in der Republik unterwegs.

Zahlen und Fakten

Jährlich werden in Deutschland rund 3,4 Millionen Rinder, 55 Millionen Schweine und 1,2 Millionen Schafe geschlachtet. Jedes Tier wird etwa zweimal transportiert, z.B. vom Ferkelerzeuger zum Mastbetrieb und von dort zum Schlachthof. 80 Prozent der Transporte innerhalb Deutschlands sind kürzer als 200 km (Quelle: Universität Kassel).

IM000844.JPGDetailregelungen

Für einen schonenden Transport von Rindern und Schweinen sind u.a. folgende Vorschriften von Bedeutung:

  • Amtliche Erlaubnis für das Transportunternehmen
  • Sachkundenachweis des Fahrers
  • Die Einrichtungen in den Fahrzeugen müssen der jeweiligen Tierart entsprechen
  • Je Tier und Tierart ist ein Mindestraumbedarf vorgeschrieben
  • Es muss Einstreu zur Aufnahme von Kot und Urin vorhanden sein.
  • Planung und Einhaltung von Transportdauer sowie Ruhe-, Tränke- und Fütterungszeiten bei Langstreckentransporten
  • Maximale Transportdauer von 8 Stunden, danach Ruhepause von 24 Stunden zum Tränken und Füttern
  • Langstreckentransporte nur mit Spezialfahrzeugen