Der Dioxinskandal im Rückblick

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Anfang des Jahres 2011 war die Berichterstattung zu „tierischen Lebensmitteln“ und „Fleisch“ maßgeblich vom Thema  “Dioxin in  Futtermitteln” geprägt.Der Verein „WIR erzeugen Fleisch i.L.“ bedauert und verurteilt, dass einzelne Personen durch Schlamperei oder kriminelles Handeln eine Gefährdung von Tieren und Verbrauchern bewusst in Kauf genommen und viele Konsumenten in Bezug auf Fleisch verunsichert haben.

Schutzmaßnahmen entwickelt

Auch wenn das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) inzwischen festgestellt hat, dass für die Verbraucher keine Gefährdung bestand, darf und soll der Skandal nicht verharmlost werden. Die gesamte Branche – von der Erzeugung bis zur Verarbeitung – toleriert keine Nachlässigkeiten beim Verbraucherschutz. Deshalb müssen alle Möglichkeiten genutzt werden, solche Skandale für die Zukunft zu verhindern. Eine 100-prozentige Sicherheit kann und wird die Branche in diesem Zusammenhang nicht versprechen, aber die Fleischwirtschaft unterstützt – auch im eigenen Interesse – sämtliche Ansätze, welche Risiken minimieren sowie den Schutz vor Fehlverhalten und krimineller Energie erhöhen. Das Bundeskabinett hat dazu schon erste Gesetzesänderungen verabschiedet und damit erste Teile des „Aktionsplans Verbraucherschutz in der Futtermittelkette“ umgesetzt.

Grundsätzliche Systemkritik verfehlt

Im Sinne einer kontinuierlichen Weiterentwicklung überdenkt und hinterfragt die Branche regelmäßig ihre Produktionsprozesse. Eine grundsätzliche Systemkritik hält der Verein „WIR erzeugen Fleisch i.L.“ jedoch für verfehlt, denn das kriminelle Handeln Einzelner stellt kein Versagen eines gesamten Systems dar. Alle etablierten und bewährten Produktionsprozesse bei einem Vorfall wie dem Dioxinskandal in Frage zu stellen, ist wenig zielführend und nicht im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher. Vielmehr bedarf es einer sach- und faktenorientierten Einordnung der Ereignisse auf Basis wissenschaftlicher Studien. Der Verein „WIR erzeugen Fleisch i.L.“ hat daher das Infobüro Fleisch beauftragt, Hintergrundinformationen und wissenschaftliche Erkenntnisse für Journalisten aufzubereiten.

Fazit zu Fleisch und Dioxinen

Die Einordnung der aktuellen Dioxinthematik mithilfe der Untersuchungen des BfR ergibt, dass zu keiner Zeit von dioxinverseuchtem Fleisch die Rede sein konnte. Der zulässige Höchstgehalt von z.B. 1 pg/ g Fett bei Schweinefleisch, wurde durch das belastete Futter nur in einem Fall überschritten und keine Fleischprobe überschritt den toxikologischen Grenzwert.

Insgesamt sind die Emissionen von Giften wie Dioxinen in unsere Umwelt während der letzten 20 Jahre um 80 Prozent gesunken. Dadurch nimmt auch der Eintrag in die Lebensmittel ab. Eine neue Auswertung des BfR, die Gehalte einzelner Umweltgifte in Lebensmitteln mit den jeweiligen durchschnittlichen Verzehrsmengen (Nationale Verzehrsstudie II) verrechnet, zeigt zudem, dass der Beitrag von Fleisch zur Aufnahme von Dioxinen in der öffentlichen Diskussion überschätzt wird.

Auf Fleisch entfällt  nur ein Fünftel der Aufnahme von Dioxinen und dioxinähnlichen Giften aus den relevanten Lebensmitteln. Damit ist sein Beitrag nur ein Bruchteil höher als der Anteil von Fisch, gleichwohl wesentlich weniger Fisch als  Fleisch verzehrt wird. Lässt man die dioxinähnlichen Stoffe außen vor und wertet nur die Aufnahme von Dioxinen aus, sinkt der Anteil von Fleisch sogar auf unter zehn Porzent.