22.01.2019

Effizienz und Innovation im Agrarsektor für den Klimaschutz

Rinderstall
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Domestizierte Wiederkäuer wie Kühe, Schafe und Ziegen gehören zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Errungenschaften der Menschheit. Ohne diese Tiere blieben drei Viertel der Landwirtschaftlichen Nutzfläche für die menschliche Ernährung ungenutzt. Trotzdem wird ausgerechnet Rinderhaltung von den Umwelt- bzw. Klimaschützern kritisiert. Zu Unrecht. Zumindest wenn das undifferenziert geschieht.

So spielen Rinder – zumindest für die Bundesrepublik – in der Klimabilanz eine äußerst geringe Rolle: Nach Angaben des Umweltbundesamtes trugen sie mit nur 1,82 Prozent zu den Gesamtemissionen Deutschlands im Jahr 2004 bei. Seitdem ist der Rinderbestand kontinuierlich gesunken, ohne dass Mangel an tierischen Produkten wie Joghurt, Käse, Milch oder Rindfleisch herrschen würde. Die Erklärung dafür ist Produktivitätssteigerung dank Effizienz und Innovation.

In weiten Teilen der Welt sieht es aber anders aus. In vielen Ländern gehören Nutztiere noch zu fast jedem Haushalt, wobei die Milchviehhaltung auf äußerst niedrigem Leistungsniveau betrieben wird. Das mag für viele idyllisch klingen, führt jedoch ausgerechnet zu vergleichsweise hohen Emissionen.

So belegt ein kürzlich veröffentlichter Bericht der FAO (zur Studie >>), dass in Äthiopien im Schnitt nur 250 kg Milch pro Kuh und Jahr produziert wird. Könnte man die Leistung auf nur 900 kg steigern (in Deutschland beträgt die mittlere Milchleistung laut BRS ca. 8.843 kg), könnten die Emissionen einer äthiopischen Milchkuh um 75 Prozent gesenkt werden. Im FAO-Bericht werden die auf CO2-Äquivalent produktbezogenen Emissionen pro kg Milch in Äthiopien mit etwa 24,5 kg ausgewiesen. In Deutschland liegt dieser Wert bei etwa 1,1 kg.

Vergleichbare Zahlen ergeben sich auch aus den Untersuchungen in anderen Teilen der Welt. Diese belegen ausdrücklich, dass die dringend erforderliche Versorgung der steigenden Weltbevölkerung mit Nahrung nur durch die hohe Effizienz und ständige Innovation im Agrarsektor zu gewährleisten ist, was auch der Umwelt bzw. dem Klimaschutz zugutekommt.