20.12.2019

Führt die Nutztierhaltung in der EU zum Anstieg der Treibhausgase?

Rinderstall
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Im Gegenteil. Laut FAO-Statistiken, hat sich die Menge der Treibhausgase, die durch den Verdauungsprozess der Nutztiere entstehen, im Zeitraum 1990-2014 fast halbiert. Der Rückgang der Emissionen um 51% ist vor allem auf den Einsatz von immer neuen Technologien und fortschrittlichen landwirtschaftlichen Praktiken zurückzuführen.


Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur stellen Treibhausgasemissionen, die von Nutztieren produziert werden, gerade mal knapp 6% der EU-Emissionen. Auf die gesamte Landwirtschaft entfallen 9,58% und auf die nichtlandwirtschaftliche Sektoren 90,19%.

 


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Zudem darf nicht vergessen werden, dass die europäische Viehzucht eine wichtige Rolle in der Kreislaufwirtschaft des Agrarsektors spielt. So führt der Einsatz von Dung (auch zur Herstellung vom Biogas) zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit zum Vermeiden von Emissionen, die bei der Herstellung von Agrochemikalien entstehen würden. Und Naturstoffe wie Leder können immer vielfältig anstelle von aus Öl gewonnenen Produkten wir Kunststoffe eingesetzt werden.

Das oft explizit erwähnte klimawirksame Spurengas Methan entsteht in der Nutztierhaltung fast ausschließlich im Verdauungsprozess (Fermentation) von Wiederkäuern (Rinder und Schafe) sowie bei der Lagerung von Naturdüngern (aus Tiermist) und wird spätestens bei deren Ausbringung freigesetzt. Bei der Haltung von Schweinen und Geflügel entstehen so gut wie keine Methanemissionen. In Deutschland sind - nach Angaben des deutschen Bundesumweltamtes - die Methan-Emissionen aus der Nutztierhaltung zwischen 1990 (1,41 Mio. t CH4) und 2017 (1,02 Mio. t CH4) um 27,8 % zurückgegangen. Die wichtigsten Treibhausgase sind Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O).

Im November 2016 verabschiedete die Bundesregierung den Klimaschutzplan 2050, in dem die  nationalen Klimaschutzziele festgelegt sind: Bis zum Jahr 2050 weitgehend treibhausgasneutral zu werden. Mittelfristziel ist das Senken der Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 und zwar in allen Wirtschaftssektoren, wobei in Punkto Landwirtschaft ganz klar heißt, dass die Potenziale zur Senkung grundsätzlich beschränkt sind, wie auch die nachfolgende Grafik zeigt. Diese Grafik stellt auch die tatsächliche Relation zwischen den verschiedenen Wirtschaftsbereichen dar, wobei alle Treibhausgase inklusive Methan – umgerechnet in Mio. t CO2-Äquiwaltent – berücksichtig werden.


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